Bevor die Welten im Koffer landeten:

Unsere Idee, die documenta zum Anlass zu nehmen für und mit Jugendlichen und Kindern Projekte und Aktionen zu gestalten ist nicht von diesem Jahr. Schon 2002 waren Jugendliche aktiv und starteten mit Hilfe von Vereinen, Einzelpersonen aus dem Kunst- und Kulturbereich, mit Initiativen und dem Jugendamt Ausstellungen, Treffs, Aktionen während der 100 Tage Weltkunstausstellung. Aus dieser Zusammenarbeit entstand das Kinder- und Jugendnetzwerk. Unter www.kinderjugendkassel.de befinden sich die Dokumentationen

Im September 2002 erhielt das Netzwerk aufgrund seiner breitgefächerten Kooperation, während der documenta11 einen Preis für herausragende Jugendarbeit (Pro Futura).

Seither bildet das Netzwerk einen Knotenpunkt und eine Anlaufstelle für aktive Menschen in Kassel, die gerne mit anderen ihre Ideen von, für und mit Jugendlichen und Kindern verwirklichen.

2005 feierten wir mit mehreren hundert Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen das fünfzig jährige Bestehen der documenta in Kassel. Beiträge und eigene Werke von Kindern wurden in Kassels Schaufenster in der Innenstadt ausgestellt. Happy birthday documenta!

Auch 2006 sollten wieder stadtweite Aktivitäten von und für Jugendliche und Kinder gemeinsam organisiert werden, unser Schwerpunkt documenta stand fest, denn wie uns das Jahr 2001 gezeigt hatte, wurden große Ideen und konkrete Planungen schon vor dem documenta Jahr angefangen.

Was hat documenta 12 mit dem Alltag von Jugendlichen und Kindern in Kassel zu tun?
Das haben wir uns gefragt und eine Antwort gesucht. In einer Arbeitsgruppe des Netzwerkes entwickelten wir das Vorhaben: zu allererst Kinder und Jugendliche in Kassel zu diesem Thema zu Wort kommen zu lassen. Dazu war es nötig nach den Inhalten der documenta 12 zu fragen. Und auf der anderen Seite die Lebenssituationen von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt zu rücken.

Geholfen haben uns dabei:
Die Leitmotive der documenta 12
Der Ausstellungsbeirat in Kassel

Um aus den unterschiedlichen Stadteilen Kassels den Alltag von Jugendlichen und Kindern zusammen zu tragen und die Frage nach dem Zusammenhang zu den Leitmotiven zu stellen, besorgten wir uns einen großen Koffer. Nicht nur einen sondern dutzende.

Wir luden zu einer Infoveranstaltung für Neugierige und Engagierte im Juli 2006 ein und trugen unsere Kofferidee an sie heran. Einige nahmen gleich einen Koffer voller Ideen mit, andere wollten sich später einen abholen oder einen eigenen gestalten. Das documenta 12 Team und Mitwirkende aus dem Ausstellungsbeirat waren anwesend um über die Leitmotive zu informieren.

Mit vielen Fragen im Koffer gingen die TeilnehmerInnen in Ihre Einrichtungen Stadtteile, Vereine, Gruppen, Schulen zurück um sie von Kindern und Jugendlichen beantworten zu lassen:
Was fangen Jugendliche und Kinder mit den Leitmotiven der documenta 12 an? Wie sehen ihre Vorstellungen, (Alltags-)Erfahrungen zu den Leitmotiven aus? Was werden sie in den Koffer packen, werden sie überhaupt Koffer packen?

Von Juli bis Oktober gaben wir den zeitlichen Rahmen vor um mit den Koffern (oder ähnlichem, selbst erfundenen) zu „arbeiten.“ Im Oktober 2006 sollte in den Herbstferien eine große Aus- bzw. Vorstellung und Präsentation der entstandenen Kofferaktiviäten in der Innenstadt gezeigt werden.